Wer ein älteres Haus saniert, beschäftigt sich häufig zuerst mit Böden, Wänden, Fenstern oder der neuen Küche. Dich auch die Elektroplanung sollte möglichst früh mit auf der Aufgabenliste stehen. Sind Wände erst verputzt, Trockenbauflächen geschlossen oder neue Bodenbeläge verlegt, lassen sich zusätzliche Leitungen und Anschlüsse meist nur noch mit deutlich größerem Aufwand ergänzen. Deshalb lohnt es sich, die spätere Nutzung der einzelnen Räume bereits vor Beginn des Innenausbaus möglichst genau zu durchdenken.
Warum die Elektroplanung früh beginnen sollte
Bei einer umfangreichen Sanierung werden häufig ohnehin Wände geöffnet, Installationen erneuert und Grundrisse verändert. Das ist der richtige Zeitpunkt, um auch die elektrische Ausstattung an heutige und zukünftige Anforderungen anzupassen.
Dabei geht es nicht nur darum, alte Leitungen auszutauschen. Entscheidend ist beispielsweise, wo später Steckdosen, Lichtschalter, Lampenanschlüsse oder Netzwerkdosen benötigt werden. Eine sorgfältige Planung kann außerdem verhindern, dass nach Abschluss der Arbeiten Verlängerungskabel oder Mehrfachsteckdosen zur Dauerlösung werden.
Auch bei anderen Sanierungsmaßnahmen lohnt sich eine gemeinsame Planung. Weitere Aspekte dazu zeigt der Beitrag Nachhaltig sanieren & modernisieren – 8 Tipps.
Raum für Raum planen
Am einfachsten lässt sich der Bedarf festlegen, wenn jeder Raum einzeln betrachtet wird. Im Wohnzimmer sollte beispielsweise schon feststehen, wo Fernseher, Router, Leuchten und größere Möbel stehen könnten. Kann es nicht ausgeschlossen werden, dass Möbel später umgestellt werden könnten , sind zusätzliche Steckdosen an mehreren Wandseiten hilfreich.
Im Homeoffice sind neben Stromanschlüssen auch Netzwerkleitungen interessant. Eine stabile kabelgebundene Verbindung kann insbesondere bei dauerhaft genutzten Arbeitsplätzen sinnvoll sein.
In der Küche ist die Planung besonders wichtig, da Backofen, Kochfeld, Kühlschrank, Geschirrspüler und weitere Geräte jeweils bestimmte Anschlüsse benötigen. Idealerweise steht deshalb bereits vor Beginn der Elektroarbeiten eine zumindest vorläufige Küchenplanung fest.
Auch der Außenbereich sollte nicht vergessen werden. Beleuchtung, elektrische Rollläden, Gartensteckdosen, eine mögliche Terrassenüberdachung oder spätere Gartentechnik können zusätzliche Anschlüsse erforderlich machen.
Wer größere Umbauten plant, kann Grundrisse und technische Anforderungen zusätzlich digital vorbereiten. Hier haben Betroffene sogar die Möglichkeit, die Bauplanung mit einer App bei Neubau oder Sanierung durchzuführen.
Zukünftige Technik vorbereiten
Natürlich muss nicht jede technische Ausstattung sofort eingebaut werden. Bei einer Sanierung kann es jedoch sinnvoll sein, Möglichkeiten für spätere Erweiterungen vorzusehen. Leerrohre erleichtern beispielsweise das nachträgliche Einziehen weiterer Kabel, ohne erneut Wände öffnen zu müssen.
Auch Reserven bei Stromkreisen und im Verteiler können berücksichtigt werden und machen spätere Änderungen einfacher. Denkbare spätere Anforderungen sind unter anderem Smart-Home-Technik, eine Photovoltaikanlage, eine Wallbox oder elektrisch betriebene Haustechnik.
Die Verbraucherzentrale empfiehlt ebenfalls, vor der Erneuerung der Elektrik zu überlegen, welche Technik aktuell und zukünftig genutzt werden soll. Kabelgebundene Systeme können zudem durch Leerdosen und Leerrohre für einen späteren Ausbau vorbereitet werden.
Wann ein Elektrofachbetrieb sinnvoll ist
Je umfangreicher die Sanierung ausfällt, desto wichtiger wird die Abstimmung zwischen der Elektroplanung und den übrigen, anfallenden Arbeiten. Veränderungen am Grundriss, eine neue Küche, Photovoltaik, E-Mobilität oder Smart-Home-Komponenten können unterschiedliche technische Anforderungen miteinander verbinden.
Für größere Projekte ist es deshalb empfehlenswert, die Planung und die Ausführung frühzeitig mit einem Fachbetrieb abzustimmen. Im Bergischen Land kann beispielsweise ein Experte für Elektro- und Gebäudetechnik in Overath nicht nur eine beratende Aufgabe übernehmen, sondern diese Aufgaben auch fachgerecht und professionell ausführen. Dadurch können notwendige Leitungswege und Anschlüsse bereits berücksichtigt werden, bevor Wände und Böden fertiggestellt sind.
Checkliste vor Beginn der Arbeiten
Vor dem Verputzen, Trockenbau und den Bodenarbeiten sollten Eigentümer insbesondere folgende Fragen klären:
- Wie viele Steckdosen werden in jedem Raum benötigt?
- Wo sollen Lichtauslässe und Schalter sitzen?
- Werden Netzwerkanschlüsse oder zusätzliche Datenleitungen gebraucht?
- Ist künftig Smart-Home-Technik geplant?
- Könnten Photovoltaik, Wallbox oder elektrische Haustechnik hinzukommen?
- Sind Leerrohre oder Reserven für spätere Erweiterungen vorgesehen?
- Stehen Küchenplanung und größere Möbelpositionen bereits fest?
Je genauer diese Punkte vor dem Innenausbau geklärt sind, desto geringer ist das Risiko, dass später bereits fertiggestellte Flächen erneut geöffnet werden müssen und nicht nur neuen Dreck, sondern auch Mehrarbeit verursachen.

