Wenn der Alltag überfordert: Haushaltshilfe bei Krankheit und Behinderung

Unterstützung und Hilfe im Haushalt
Unterstützung und Hilfe im Haushalt

In unserer Rubrik „Haushaltshilfe“ finden Sie viele Kniffe für den Alltag, beispielsweise, wie man Probleme mit dem Staubsaugerroboter behebt, hartnäckige Flecken entfernt oder Fugen schön sauber bekommt. Sie sind nützlich, um das Beste aus dem eigenen Zuhause rauszuholen. Es gibt jedoch Situationen, in denen Feinheiten wie der Fleck auf dem Sofa völlig in den Hintergrund rücken, weil die ganz alltäglichen Aufgaben im Haushalt unbezwingbar werden.

Erkrankungen, Behinderungen oder auch nachlassende Kräfte im Alter können es nahezu unmöglich machen, regelmäßig zu putzen, Wäsche zu waschen und all die vielen anderen Aufgaben zu erledigen, die tagtäglich anfallen. Wenn die eigenen vier Wände, die doch eigentlich ein Rückzugsort sein sollten, plötzlich Stress auslösen, weil die Arbeit liegenbleibt, kann eine professionelle Haushaltshilfe viel Druck aus dem Leben nehmen. Doch wie läuft das genau ab und wer übernimmt die Kosten?

Wer hat wann Anspruch?

Grundsätzlich kann natürlich jeder eine Haushaltshilfe privat bezahlen und sich so – vorausgesetzt die persönlichen Finanzen lassen es zu – ganz unkompliziert Hilfe verschaffen. Unter bestimmten Umständen können aber auch Kosten übernommen werden, etwa von der Pflegeversicherung. Sobald ein Gutachter des Medizinischen Dienstes eine dauerhafte Einschränkung der Selbstständigkeit feststellt und mindestens den Pflegegrad 1 vergibt, ist der Weg frei für die monatlichen Entlastungsleistungen in Höhe von 131 Euro. Vor allem Seniorinnen und Senioren, aber eben auch jüngere Menschen mit dauerhaften körperlichen oder geistigen Behinderungen sowie chronischen Erkrankungen wie Multipler Sklerose können dieses zweckgebundene Budget zur Finanzierung von Hilfen im Alltag nutzen. Es wird von der Pflegekasse gegen Vorlage anerkannter Rechnungen erstattet. Doch auch ohne Pflegegrad gibt es ein Sicherheitsnetz durch die gesetzlichen Krankenkassen. Sie springen bei akuten Krisen ein, wenn zum Beispiel nach einer schweren Operation, einem Herzinfarkt oder während einer Krebstherapie die Weiterführung des Haushalts unmöglich ist. Auch bei schweren Schwangerschaftsbeschwerden oder nach einer schwierigen Entbindung haben Mütter ein Recht auf Unterstützung. Lebt ein Kind unter 12 Jahren oder ein Kind mit Behinderung im Haushalt, wird die Hilfe meist besonders unkompliziert und oft auch für einen längeren Zeitraum bewilligt. Für alle Fälle gilt jedoch die gleiche Grundregel: Die Einschränkung muss ärztlich bescheinigt oder durch den Pflegegrad dokumentiert sein, und es darf keine andere im Haushalt lebende Person, wie etwa ein gesunder Partner, in der Lage sein, die Aufgaben zu übernehmen. Professionelle Haushaltshilfen bieten in der Regel Unterstützung dabei, Fördermöglichkeiten für die Finanzierung ihrer Leistungen auszuschöpfen, sodass es sich lohnt, einfach mal anzufragen, wenn Bedarf vorliegt.

Was eine Haushaltshilfe leisten kann

Eine Haushaltshilfe ist nicht mit einer Reinigungskraft zu verwechseln. Zwar kann eine Haushaltshilfe auch Staubsaugen, Küche und Bad blitzblank reinigen und bei Bedarf die Fenster putzen, darüber hinaus kann sie jedoch noch viele weitere Aufgaben übernehmen. Denn eine professionelle Haushaltshilfe verfolgt das Ziel, das Leben in den eigenen vier Wänden zu stabilisieren und Betroffenen genau dort unter die Arme zu greifen, wo sie am meisten Unterstützung benötigen. Typischerweise übernimmt eine Haushaltshilfe deshalb nicht nur das Putzen, sondern kümmert sich außerdem um die Wäsche, bezieht das Bett neu, bringt den Müll raus, geht Einkaufen und bereitet Mahlzeiten zu, spült das Geschirr, erledigt kleinere Besorgungen, gießt die Pflanzen und versorgt gegebenenfalls Haustiere. Neben den handfesten Aufgaben im Haushalt darf der menschliche Faktor nicht unterschätzt werden. Für alleinlebende Menschen ist der Besuch der Haushaltskraft oft ein fester, freudig erwarteter Orientierungspunkt in der Woche, der Einsamkeit vorbeugt und Raum für ein nettes Gespräch bei einer Tasse Kaffee bietet. Haushaltshilfen begleiten darüber hinaus zu wichtigen Arztterminen, Therapeuten oder Behörden und sorgen so dafür, dass Wege sturz- und unfallfrei bewältigt werden. Auch die Begleitung bei kleinen Spaziergängen an der frischen Luft oder der gemeinsame Gang zum Friedhof ist üblich. Eine Haushaltshilfe übernimmt somit zwar keine pflegerischen Tätigkeiten, jedoch alles andere, was Menschen auf Grund ihrer Einschränkungen selbst schwerfallen kann.

Den passenden Partner finden

Damit die Pflege- oder Krankenkassen die Kosten im Rahmen der gesetzlichen Budgets übernehmen, darf man nicht einfach eine private Nachbarschaftshilfe oder eine gewöhnliche Reinigungsfirma engagieren. Der Dienstleister muss offiziell nach Landesrecht anerkannt und von den Kassen zugelassen sein. Nur dann ist sichergestellt, dass das Personal geschult ist, Qualitätsstandards eingehalten werden und die Abrechnung direkt und unkompliziert erfolgen kann. Es gibt viele Anbieter, die sich auf professionelle Haushaltshilfe spezialisiert haben. Insbesondere, wenn bereits ein Pflegegrad vorliegt und man davon ausgehen muss, dass sich der Gesundheitszustand in absehbarer Zeit verschlechtert, ist es jedoch häufig von Vorteil, Haushaltshilfe von einem ambulanten Pflegedienst zu erhalten. Etablierte Dienste wie die Pflegeagentur 24 aus Essen, die auch professionelle Haushaltshilfe anbieten, sorgen dafür, dass die Hilfe mit den Anforderungen mitwachsen kann und man keinen anderen Anbieter für zusätzliche Pflegedienstleistungen suchen muss. Seriöse Anbieter führen in der Regel ein kostenloses Erstgespräch durch, um den genauen Bedarf zu ermitteln. Dabei wird geklärt, wie oft jemand kommen soll und welche Aufgaben im Vordergrund stehen. Gute Dienste zeichnen sich außerdem dadurch aus, dass sie versuchen, feste Bezugspersonen einzusetzen. Schließlich ist die Haushaltskraft eine Person, die man in die eigenen vier Wände und damit in die Privatsphäre hineinlässt.

Written by David Reisner

Der Autor David Reisner beschäftigt sich mit den Themen Garten, Einrichtung, Wohnideen und aktuellen Inspirationen. In den Ratgebern auf meinwohnmagazin werden vom Betreiber David Reisner aktuelle Tipps umfassend und informativ dargestellt.

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