Der aktuelle Trend zur privaten Stromerzeugung ist in Deutschland weiterhin ungebrochen. Besonders beliebt sind dabei die sogenannten Balkonkraftwerke. Bevor man sich allerdings für ein solches Mini-PV-System entscheidet, lohnt es sich, einen genauen Blick auf die Kosten, die Wartung und auch die Voraussetzungen und die Wirtschaftlichkeit zu werfen. Hier finden Sie übersichtlich, welche Punkte Sie vor dem Kauf in jedem Fall beachten sollten.
Was ist überhaupt ein Balkonkraftwerk?
Ein Balkonkraftwerk, oftmals auch als Mini-PV-Anlage oder als Stecker-Solar-Gerät bezeichnet, besteht aus Solarmodulen, einem Wechselrichter und einer Einspeisevorrichtung. Ein Balkonkraftwerk wird in der Regel direkt über eine Steckdose angeschlossen und speist somit Strom in den Haushalt ein. Dadurch lassen sich unter anderem Grundlastverbraucher wie der Kühlschrank, der Router oder auch die Beleuchtung tagtäglich mit selbst erzeugter Energie betreiben.
Warum das Thema Balkonkraftwerke gerade so aktuell ist
- Stark gestiegene Strompreise
- Vereinfachte Anmeldeprozesse
- Förderung und Erleichterungen durch den Gesetzgeber
- Wunsch nach stärkerer Autarkie
Kostenkalkulationen vor dem Kauf
Balkonkraftwerke gelten als vergleichsweise günstiger Einstieg in die Solar-Thematik. Dennoch sollten Sie die Ausgaben vor dem Kauf realistisch kalkulieren. Darunter fallen nicht nur die Anschaffungskosten, sondern auch die laufenden Kosten, welche ein solches Kraftwerk verursachen kann. Tipp – Am Balkonkraftwerk Black Friday kann man natürlich auch günstige Aktionen nutzen!
Die Anschaffungskosten
Die Höhe der Anschaffungskosten variiert sehr stark in Abhängigkeit von Qualität, Leistung und Zubehör. In der Regel sind größere Sets pro Watt günstiger als kleinere Sets. Typische Preisbereiche sind in diesem Feld:
- Solarmodule: 300 – 600 Euro
- Wechselrichter: 150 – 300 Euro
- Befestigung: 50 – 200 Euro
- Kabel und Kleinteile: 20 – 50 Euro
Komplette Startersets liegen somit im Preisbereich zwischen 400 und 900 Euro und sind somit vergleichsweise günstig.
Die Montagekosten
Viele Balkonkraftwerke können in Eigenregie montiert werden, was die Kosten für die Montage deutlich absenken kann. Eine professionelle Montage kostet allerdings in der Regel zwischen 100 und 300 Euro. Der Preis kann variieren, falls Verstärkungen an Balkon oder Geländer vorgenommen werden müssen. Wer eine Wieland-Steckdose installieren lassen möchte, zahlt für deren Montage in der Regel nochmals zwischen 100 und 150 Euro.
Wirtschaftlichkeit und Amortisation
Die im Jahr erreichbaren Einsparungen beim Strom hängen sowohl von der Größe des Balkonkraftwerks als auch von dessen Ausrichtung und Beschattung ab. Grobe Richtwerte lassen sich allerdings angeben. So liegt der Stromertrag bei einem Balkonkraftwerk mit 600 – 800 Watt bei rund 500 – 800 kWh pro Jahr. Je nach Strompreis bedeutet das eine Einsparung von 150 bis 260 Euro pro Jahr. Bei einer guten Ausrichtung kann sich der Anschaffungspreis also bereits nach 3 – 6 Jahren amortisieren. Bei schlechter Ausrichtung kann sich die Dauer entsprechend verlängern.
Förderungen und Fördermittel
Einige Bundesländer und auch einzelne Kommunen bieten verschiedene Zuschüsse und Förderungen an. Da sich diese allerdings regelmäßig ändern, lohnt es sich immer, sich zeitnah selbst zu informieren. Gute Informationsquellen sind unter anderem:
- Landesprogramme
- Kommunale Förderungen
- Regionale Förderprogramme
Hinzu kommt, dass in Deutschland seit dem Jahr 2023 der Kauf von PV-Modulen von der Mehrwertsteuer befreit ist, was die Investitionskosten nochmals zusätzlich senkt.
Laufende Kosten
Die laufenden Kosten bei einem Balkonkraftwerk sind äußerst gering. Neben kleineren Reparaturen und der Reinigung der Solarmodule fallen kaum Kosten an. Eine Versicherung gegen Diebstahl oder Wetterschäden ist optional, kann aber dennoch nützlich sein. Einzig der Austausch des Wechselrichters nach 8 – 12 Jahren verursacht nochmals weitere Investitionskosten.
Wartung und Lebensdauer von Balkonkraftwerken
Balkonkraftwerke gelten aufgrund ihres Aufbaus und aufgrund des Mangels an beweglichen Teilen als äußerst wartungsarm. Dennoch gibt es einige Aspekte, welche zur Langlebigkeit nachhaltig beitragen. Schauen wir uns zunächst einmal die Lebensdauer der einzelnen Komponenten an. Die Solarmodule haben in der Regel eine Lebensdauer von 20 bis 30 Jahren. Der Wechselrichter arbeitet in der Regel zwischen 8 und 15 Jahre ohne Schwierigkeiten. Auch die Halterungen sind auf 10 – 20 Jahre ausgerichtet. Daran orientieren sich auch die Garantiezeiten der verschiedenen Elemente. Solarmodule weisen in der Regel eine Produktgarantie von 10 bis 15 Jahren auf, eine Leistungsgarantie gilt in der Regel sogar für 25 Jahre. Bei Wechselrichtern liegt die Garantiezeit in der Regel zwischen 5 und 10 Jahren.
Regelmäßige Wartungsaufgaben
- Sichtprüfung der Module auf Schäden oder Verschmutzungen
- Reinigung der Module bei starker Verschmutzung
- Kontrolle der Kabel und Steckerverbindungen
- Überprüfung des Wechselrichter auf Auffälligkeiten
Typische Probleme und deren Vorbeugung
- Verschattung durch Pflanzen
- Überhitzung des Wechselrichters durch schlechte Platzierung
- Sicherung der Module gegen Sturm
- Starke Verschmutzungen ignorieren
Technische und rechtliche Voraussetzungen
Bevor Sie ein Balkonkraftwerk anschaffen, gilt es, einen Blick auf die gesetzlichen und technischen Regeln zu werfen. So liegt das Leistungslimit bei Balkonkraftwerken in Deutschland bei aktuell 800 Watt. Die Module können auch stärker sein, solange der Wechselrichter die Einspeisung auf 800 Watt limitiert. Hinzu kommt die Anmeldung des Balkonkraftwerks. Ein Balkonkraftwerk muss zwingend beim Netzbetreiber angemeldet werden. Auch muss dieses im Marktstammdatenregister eingetragen werden. Die Prozesse dafür wurden allerdings in jüngster Zeit deutlich vereinfacht und können in der Regel innerhalb weniger Minuten online erledigt werden.
Optimaler Standort und die Ausrichtung
Optimale Bedingungen lassen sich bei einem Balkonkraftwerk mit Südausrichtung erzielen. Der Neigungswinkel sollte dabei zwischen 20 und 35 Grad liegen. Ohne Verschattung durch Büsche, Bäume oder Nebengebäude lassen sich so die besten Ergebnisse erzielen. Doch auch eine Ost-/West-Ausrichtung, eine Flachmontage oder die Montage an der Fassade sind möglich und bieten immer noch ausreichende Kapazitäten.
Vor- und Nachteile der Balkonkraftwerke auf einen Blick
Die Vorteile:
- Geringe Anschaffungskosten
- Schnelle Amortisation
- Geringe laufende Kosten
- Einfache Montage
- Reduzierung der Stromkosten
- Beitrag zum Klimaschutz
- Auch als Mieter installierbar
Die Nachteile:
- Abhängig von Ausrichtung und Standort
- Begrenzte Leistung auf 800 Watt
- Zustimmung des Vermieters erforderlich
- Kann die optischen Eigenschaften des Balkons verändern
Ein Balkonkraftwerk ist eine effektive Lösung bei der passenden Ausrichtung. Mit diesem können Sie kostengünstig eigene Solarenergie gewinnen und auf längere Zeit somit enorme Einsparungen realisieren.


